Ein spätherbstliches Füllhorn!

Schade, dass wir nicht, wie die Griechen und Römer der Göttin Demeter und Ceres die Fülle der Ernte in die Tempel bringen können! 

Was für ein Vergnügen wäre das heute gewesen!

Eigentlich wollte ich nur die Quitten aufsammeln, die beim gestrigen Gewittersturm innerhalb von zwei Minuten allesamt heruntergefallen waren. Da ich schon einigen Gartenhelferinnen Bescheid gegeben hatte, war die Menge der Quitten zum Glück überschaubar.

Wie immer machte ich einen kurzen Abstecher zu den Feigenbäumen. Die Reifezeiten der Feigen verstehe ich trotz wiederholter Lektüre von Markus Kobelts Newslettern (lubera.com) überhaupt nicht. Deshalb schaue ich eben ab und zu nach.

Im August, als die Sommersonne vom Himmel brannte, die Apfelbäume notreif Blätter und Früchte fallen ließen, tat sich bei den Feigen gar nichts. Noch im September dachte ich, sie würden in diesem Jahr nicht mehr reif – und nun?

Haben Sie schon einmal Feigen gesammelt? Vom Boden aufgelesen, wie Äpfel und Birnen?

Unglaublich! Riesige, reife, saftige und süße Feigen. In Massen! 

Dann ging ich zu den Zitrusbäumen, um zu schauen, ob der Gewittersturm sie durcheinandergeworfen hatte. 

Obwohl der Regen, der schon beim Sammeln der Feigen eingesetzt hatte, jetzt niederprasselte, und ich durchnass war, sodass ich nicht einmal einen trockenen Fetzen zum Putzen der Brille fand, begann ich die Kumquats aufzusammeln, die der Sturm heruntergeschlagen hatte und pflückte dann – wie im Rausch –  auch noch all die anderen reifen Zitrusfrüchte, die Kucle, Limetten und Limequats – bis die beiden riesigen Wannen, die ich mitgenommen hatte überquollen.

In Ermanglung eines Demeter- oder Ceresaltars werde ich nun Zitrusmarmelade, Feigenchutney und Quittengelee kochen, dazu Butternut-Ingwersuppe mit Limequat – denn die letzten Butternutkürbisse habe ich auch noch schnell mitgenommen.