„Asado Argentina“ im Ippenburger Küchengarten

„Asado“ und „Nose to Tail“!  Schloß Ippenburg wird zum Herbstfestival 2019 zum Hot Spot der neuen Outdoor- und Grillküche. Julian Tailleur, Mark Andrews, ,Tom Elstermeyer, Rob Reinkemeyer und Fabian Beck feiern im Ippenburger Küchengarten ein Fest der Sinne, der Kochkunst und der Kreativität. Slowcooking ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Ein Asado ist Slowcooking at it`s  best!

Meine Liebe zum Asado ist exakt 46 Jahre alt.

Ich hatte 1972 Abitur gemacht und wollte Kunst studieren, gerade zu der Zeit des großen Krachs mit Joseph Beuys. Mein Vater wollte, dass ich Krankenschwester werde. Es war ein Machtkampf. Mein Vater hatte vier Töchter und war sehr dickköpfig und Beuys war für ihn der Inbegriff des Zerfalls aller Ordnung. Der Machtkampf währte ein knappes halbes Jahr. Damals eine Ewigkeit.  Beuys wurde im Oktober in Düsseldorf entlassen und mein Vater erinnerte sich an einen alten Onkel in Argentinien, mit einer Rinderfarm. „Da bleibst Du dann erstmal“. Eine Art „no return-ticket“ auf Zeit. 

Etwas Besseres konnte mir nicht passieren. Anfangs war ich schockiert, weil ich mir eine „Vom Winde verweht“ –Szenerie mit weißen Säulen und Personal in Spitzenschürzen vorgestellt hatte und mich in eine Estancia versetzt sah, in der es einmal im Monat eine Brotlieferung, Petroleumlampen, Fledermäuse, Riesenkröten und barackenähnliche Behausungen gab. 

Der erste Schreck wich totaler Begeisterung. Da ich von meinem 13. bis zum 18. Lebensjahr jedes Wochenende auf Reitturnieren verbracht hatte, war ich absolut sattelfest. Ich setzte durch, dass ich mit den „peones“, den gauchos, von morgens früh bis zum Sonnenuntergang Schafe und Rinder treiben durfte. Schwer fiel es mir, am Morgen die Polenta mit kaltem Schaffleisch zu essen. Der kalte Talg klebte am Gaumen, den ich mir zuvor mit dem glühend heißen Mate schon verbrannt hatte. Am Mittag gab es eine wässrige Suppe mit Mais und Schaffleisch, dazu die Gallettas, trockene Brötchen, die in großen Säcken eingekauft wurden. Das schönste kam dann am Abend. Der Asado. Ein ganzer Hammel wurde am Feuer mit einem Metallrahmen aufgestellt und langsam gegrillt. Das knusprige Fett war das Beste, was ich je aß und ließ mich den kalten, am Gaumen klebenden Talg der Frühstückspolenta allabendlich vergessen! 

Das alles ist lange her! Um so mehr freue ich mich, dass wir zu diesem Herbstfestival im Küchengarten einen waschechten Asado haben werden. Initiiert und ´angefeuert` von Rob Reinkemeyer, alias Kakato, Koch, Jäger und Grillmeister aus Neuseeland und Fabian Beck, Profikoch und „Second-Level“-Griller *, der statt Fleischthermometer die Finger nutzt um den Garzustand des Fleisches festzustellen, der die Rohstoffe und die Tools beherrscht wie ein Pianist seinen Flügel, der, ob pianissimo oder forte, köstliche Kreationen mit Akribie, Leichtigkeit und Sinnlichkeit erschafft, ohne Attitude, ohne Showeffekte, einfach, klar und gut. (*Anspielung auf Fabian Becks neuestes Buch mit köstlichen Rezepten für Grill, Plancha, Smoker &Dutch Oven – „Grillen- Next Level“).

Hier finden Sie einen kurzen Film über unser

Asado Argentina

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