Draußen! Das Glück der Freiheit

Ich hatte das Glück, meine Kindheit auf dem Lande und in  großer Freiheit verbringen zu dürfen. Ich war den ganzen Tag draußen. Frühmorgens, wenn der Melker mit seinem Milchkannenwagen hinausfuhr,  sprang ich aus dem Schlafzimmerfenster ins Freie und fuhr einfach mit ihm mit. Mit den Kindern der Traktorfahrer, Melker und all der anderen Landarbeiter, die rundum auf dem kleinen Waldgut lebten, tobte ich den ganzen Tag draußen herum, machte Feuer, baute Hütten im Wald und kochte auf selbst gebauten Feuerstellen. Die Zwergenschule im Nachbardorf war zwar eine unliebsame Unterbrechung meines Kindheitsglücks, aber da meine ganze „Gang“ auch dort versammelt war, war der Einschnitt zu verkraften.

Draußen! –  Ein seltsam banales und zugleich magisches Wort. Ein Topos, ein Sehnsuchtsort. 

In ihm steckt unsere Sehnsucht nach einem Leben in der freien Natur. Eine irrationale Sehnsucht, die gespeist wird aus der kollektiven Erinnerung an eine Zeit, als wir Nomaden, Jäger und Sammler waren. Da ist lange her und weit weg. Aber die  Sehnsucht ist um so größer. Sie prägt den Zeitgeist, die Lust am „Draußen leben“, heute besser bekannt als „Outdoor-Living“.

Ich bin eigentlich nicht der Typ, der dem Zeitgeist große Bewunderung entgegenbringt – aber hier passt es perfekt! 

Und deshalb ist „Outdoor-Living“  auch   ´Tema con Variazioni`  des Ippenburger Festivals 2019!

„Let`s Barbecue“, Tiny Houses, Sauna, Baumzelte, Outdoorküchen – und alles, was dazu gehört! Und wie immer gibt es auch eine künstlerische, poetische Variante. „Paradiese und Utopien“, kleine Eremitagen und Rückzugsorte in der Ippenburger Wildnis!

Draußen! Wildnis, Küchengarten, Rosenrausch und Waldeinsamkeit – die Lust am „Draußen“ ist in Ippenburg überall präsent! 

Das Ippenburger Gartenfestival ist ein Fest dieser Lust am „Draußen“ – und alle feiern mit. Die Gärten, die Köche, die  Aussteller – und die Besucher! Alle! 

Lasst uns den Zeitgeist feiern! Warum nicht? Wenn es denn so gut passt?