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„Merry Christmas and a Happy New Year!“   

Dezember 2021

Vor über 170 Jahren beauftragte Sir Henry Cole, ein englischer Lord und Unternehmer, Mitbegründer des weltberühmten „Viktoria&Albert Museum“ in London, den Illustrator Calcott Horsley damit, eine Weihnachtskarte zu entwerfen. Er war es leid,  seine Weihnachtsgrüße mit der Hand zu schreiben.

Das Ergebnis war ein kleiner Skandal. Horsley hatte das Format eines dreiteiligen Altarbildes gewählt. Es zeigte eine fröhlich feiernde Großfamilie in einer Gartenlaube, die, vom Kleinkind bis zum Großvater, dem Empfänger der Karte mit einem Glas Wein zuprostete mit den Worten des aufgedruckten Weihnachtswunsches: „Merry Christmas and a Happy New Year!“

Das sittenstrenge viktorianische England war angesichts der Tatsache, dass sogar die Kleinkinder  mit Alkohol auf das Fest anstießen, „Not amused“.

Sir Henry ließ sich davon nicht beeindrucken, ließ gleich 1000 Karten drucken, verschickte den größten Teil davon an Freunde, Familie und Geschäftskunden und gab den Rest in den freien Verkauf. 

Wenig später hielt die „Christmascard“ durch den deutschen Auswanderer Louis Prang auch Einzug in Amerika. Nachdem Prang 1884 die Farbdrucktechnik  entwickelt hatte, gelang es ihm bereits im Jahr 1880  fünf Millionen Weihnachtskarten zu verkaufen.

In Prangs Heimatland Deutschland blieb man übrigens noch lange, bis weit ins 20. Jahrhundert, der guten, alten Tradition treu, sich zum Weihnachtsfest selbst gestaltete „Wunschblätter“ mit handgeschriebenen und mühevoll verzierten Gedichten und Zitaten zum 24. Dezember zu überreichen.

Von den ersten 1000 Karten, die Sir Henry 1843 drucken ließ, sind heute noch ein paar Dutzend erhalten. Vor ein paar Jahren wurde bei einer Auktion ein Exemplar mit Coles Unterschrift für sage und schreibe 22.500 Pfund versteigert!

„Merry Christmas and a Happy New Year“ !

Das war der Beginn des Siegeszugs der „Christmascard“, die sich noch heute, trotz E-Mail und WhatsApp größter Beliebtheit erfreut!

Stopp — Einhalt — Denn Corona changed it all!

Im Internet findet man Tausende Anregungen zu englischen „COVID 19 themed Christmascards“, mit Vorschlägen wie: We wish you a normal Christmas, oder: A better than Last year Christmas, oder: Peace, Love and Vaccinations, oder: Happy 2020 (durchgestrichen) Happy 2021 (durchgestrichen) Happy 2022!!! 

Vorschläge in deutscher Sprache sind da eher etwas umständlicher. Die oben erwähnten traditionellen  „Wunschblätter“ scheinen immer noch vorbildhaft zu sein. Sehr verbreitet ist die Aufforderung: „Bleiben Sie gesund“, oder, besonders bei Geschäftsbriefen, „Lassen Sie uns das Beste hoffen. Packen wir es nach den Feiertagen wieder gemeinsam an.“, oder „Ich hoffe sehr, dass im nächsten Jahr alles wieder in einen guten Fluss kommt..“ Privat ist der Slogan: „Ich wünsche Euch — mit Abstand — das schönste Fest!“ sehr verbreitet, oder „Nach der Krise kommt der Aufschwung! Doch jetzt erstmal eine erholsame Weihnachtszeit!“ ….und: „Ein turbulentes Jahr geht zuende….hoffen wir das Beste für 2022! 

 „Merry“ heißt fröhlich, heiter, lustig und vergnügt, steht aber auch für „Merry Old England“ – das heitere, gemütliche alte England, für „The Merry Widow“ – Die Lustige Witwe“ für „Merrymaking – das Feiern, oder für „the more the merrier – je mehr desto besser!“ 

Lord Coles Weihnachtswunsch „Merry Christmas and a Happy New Year“ hat schon schlimmere Zeiten gesehen als die Unsere. Weihnachten hat nie die „heile Welt“ bedeutet, es war immer eine Zeit des Zweifels und der inneren Widersprüche. Zugleich stand es immer für die Sehnsucht der Menschen nach einer „heilen Welt“, nach Frieden und Fröhlichkeit,

„the more the merrier!“

  

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