Die Ippenburger Gärten sind an allen Sonntagen bis zum 29.8 von 11:00 – 18:00 Uhr geöffnet.


Corona – und dann? Und wenn dann, wann?

Estragon: Lauschiges Plätzchen. Heitere Aussichten! Komm, wir gehen! – Wladimir: Wir können nicht. – Estragon: Warum nicht? – Wladimir: Wir warten auf Godot. 

(Warten auf Godot, Samuel Beckett)

Das Leben im Wartezustand – das ist das Thema von Becketts absurdem Theater. Der modernen westlichen Zivilisation, die überzeugt ist, dass alles einen Sinn und einen Zweck haben muss, hält er seinen Zerrspiegel entgegen. „Wir gehen? – Gehen wir! Sie gehen nicht von der Stelle.“

Es ist ein bisschen wie „Warten auf Godot“. Diese doppelte Ungewissheit. Die Unsicherheit der Lage und die Unsicherheit der Dauer. Vor einem Jahr glaubten wir noch, das Sommerfestival könne zumindest ´abgespeckt` an zwei Tagen stattfinden. Dann verschoben wir es auf 2021. Schließlich, im September, ahnten wir, dass es auch 2021 schwierig werden könnte und „setzten die Segel neu“.

 „Menschen wollen Planungssicherheit, vor allem die Deutschen“, sagt der Psychologe Dieter Frey. „Aber man muss lernen, mit Ungewissheit zu leben.“ 

Stimmt. Also: Auf geht`s!  Öffnen wir am 1. Mai! – Und wenn dann, wie? 

Wir denken in kurzen Zeitspannen. Fest steht, dass der Garten sich ab 1. Mai auf seine Besucher freut. Zugegeben, der lange Winter, dieser überaus unverschämte April mit seiner lausigen Kälte, Nässe und sonnenarmer Farblosigkeit ist eine Zumutung, die wir in Corona-Zeiten wirklich nicht verdient haben. 

Ja, auch im Garten heißt es: Warten. Die Kartoffeln, Erbsen, Rote Bete, Zwiebeln und Dicke Bohnen liegen „unter Tage“ und fragen sich, was da oben los ist. Die Tulpen sind in Bataillonen angetreten und bieten den Hagelschauern und der morgendlichen Schneedecke die Stirn – und in den Glashäusern wird es eng, sehr eng!

Warten wir also geduldig weiter – denn eins ist klar: wenn es dann endlich warm wird und der Frühling wirklich kommt, dann explodiert es im Garten. Als Gärtner weiß man das. Diese Erfahrung macht ja uns Gärtner und Gartenliebhaber zu unerschütterlichen Optimisten. 

Die Kraft der Sonne wird nicht nur das „Leben unter Tage“ in wenigen Tagen hervorlocken, nein, sie wird auch unsere Pandemie geplagten Gemüter erfrischen, erfreuen und erwärmen.

Ich habe in diesem Jahr aus Trotz einen Sonnenhut (Rudbeckia Hirta) mit Namen Corona ausgesät. Bin gespannt, wie er blüht. Ein bisschen Trotz tut gut. Das ist Widerstand im Kleinen.

Optimismus, Widerstand, Trotz – eins ist sicher: Frühling und Sommer sind nah! Wir freuen uns drauf! Und die Ippenburger Gärten werden ihr Bestes geben, Sie –hoffentlich ab 1.Mai – frühlingshaft zu empfangen!

 

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