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Grüne Kraft aus der Ewigkeit

Hildegard von Bingen

„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün!“ Das hat die berühmte Nonne, Hildegard von Bingen, im 12. Jahrhundert gesagt. Das ist ein großartiger Satz, denn er bezieht sich auf zwei verschiedene Kraftquellen zugleich, auf die abstrakte Quelle „grün“ als Ursprung von Energie und Wachstum und auf die ganz konkrete Quelle, auf die Heilkraft der Kräuter.

Ein Kräutergarten gehörte früher zu jedem Kloster, jedem Pfarr- und Bauerngarten. Der Kräutergarten war zunächst nicht primär für die Küchenkräuter gedacht, das Wichtigste war der Kräutergarten als Hausapotheke. Ein Kräutergarten wurde nach dem alten Klosterplan von St. Gallen aus dem 9. Jahrhundert in 16 gleichgroße Quadrate eingeteilt, wo wichtige Kräuter eigene Quartiere hatten und andere wiederum in einem Quartier zusammengefasst wurden.

Das Wort Quartier stammt von lat.: Quart = Vier und rührt daher, dass die allerersten Klostergärten nach dem Vorbild der persischen Gärten aus einem Quadrat bestanden, dass durch ein Wegekreuz in vier gleiche Teile geteilt war. Als es allmählich Heilkräuter auch in Apotheken gab, wurden Gewürzkräuter immer mehr zum Schwerpunkt vom Kräutergarten.

Ippenburg hat 2012 gleich drei Kräutergärten! Zusätzlich zu dem Kräutergarten im großen Küchengarten habe ich noch einen Kräutergarten direkt am Küchenausgang geschaffen, dort wo bisher der Rosen- und Klematisgarten war und einen weiteren am alten Glashaus. In dem Kräutergarten an der Küche stehen hohe Stauden wie Salbei, Liebstöckel, Pimpinelle, Weinraute, Schnittlauch, Ysop und Estragon und im Sommer kommen noch Rosmarin dazu, der zur Zeit im Winterquartier in der alten Schlossküche steht. Der Kräutergarten am alten Glashaus wird verschiedene Basilikumsorten, aber auch Sauerampfer, Dill, Koriander und andere einjährige Kräutern enthalten.

Bei der Pflege von einem Kräutergarten oder einem Kräuterbeet ist das Zurückschneiden der Kräuter fast das Wichtigste. Besonders die Weinraute muss ständig geschnitten werden, weil nur ihre ganz frischen, hellgrünen Blätter genießbar sind. Deshalb ist es sinnvoll, zwei Kräutergärten anzulegen - einen in dem die Kräuter auch durchaus blühen dürfen und einen anderen, in dem man die Kräuter in Reihen wachsen lässt und sie zurückschneiden kann, ohne das Gesamtbild nachhaltig zu stören.

Insbesondere Sauerampfer, Weinraute und Schnittlauch, aber auch Petersilie und der Genoveser Basilikum sollten in dem Kräutergarten stehen, der einen kräftigen Rückschnitt vertragen kann, ohne dass das Gesamtbild gestört wird. Exotische Kräuter, wie zum Beispiel Shisokresse, Perilla frutscens und verschiedene Koriandersorten werde ich im Kräutergarten am Glashaus anbauen. Sie werden ein eigenes Quartier bekommen.

Die Zitronenverbene, die den Winter ebenfalls in der alten Schlossküche verbringt, wird in allen drei Kräutergärten stehen. Zitronenverben kann man gar nicht genug haben! In einem Kräutergarten darf sie blühen und in den beiden anderen wird sie ständig abgeerntet, für Tee, Speisen, köstliche Saucen und für ein Glas Prosecco!

Impressionen aus dem Küchengarten »