2012 - Schloß Ippenburg im Jahr 2 nach der Landesgartenschau!
Im Jahr 2 nach der Landesgartenschau - Das klingt ja fast so, als stelle die Landesgartenschau für Ippenburg eine Art Zeitenwende dar, ein Ereignis, an dem sich alles was vorher und nachher war, und in Zukunft sein wird, messen soll? Also eine Art neue Geschichtsschreibung nach der Landesgartenschau, weil nichts mehr so ist wie zuvor? So ist es natürlich nicht! Ippenburg ist das, was es vorher war und wird es auch in Zukunft bleiben. 600 Jahre Familiengeschichte, die Menschen, der Garten – alles hat eine so eigene Kraft und Dynamik, dass die Landesgartenschau rückblickend wie ein großer Schwarm vorüberreisender Zugvögel erscheint, wie ein toller, verrückter Traum, den man festzuhalten versucht, während er immer weiter in die Ferne rückt und an Gestalt verliert. Die Landesgartenschau war wirklich ein großartiges Ereignis, und damit sie nicht allmählich im Nebel der Erinnerung versinkt, bleibe ich bei der etwas pathetisch klingenden Überschrift: Schloß Ippenburg im Jahr 2 nach der Landesgartenschau.
Die Niedersächsische Landesgartenschau, die vom 23. April bis zum 17. Oktober 2010 in Bad Essen und Ippenburg stattfand war wirklich eine grandiose Schau! 500.000 begeisterte Besucher! – Noch schöner klingt es, wenn man sagt: über eine halbe Million Besucher! Es war die Landesgartenschau mit dem kleinsten Budget, dass es je gab und mit der kürzesten Vorbereitungszeit! In knapp zwei Jahren eine Landesgartenschau vorbereiten zu wollen ist nicht nur mutig – es ist waghalsig! Aber wir haben es geschafft! Der Mut eines kleinen Teams wurde belohnt. Der Kurort Bad Essen und die ganze Region haben nachhaltig profitiert. Einmalig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass eine Gemeinde mit einer Landesgartenschau schwarze Zahlen schreiben konnte. Das hat es, soviel ich weiß, noch nie gegeben und wird es auch sobald nicht wieder geben. Und wenn das Hochwasser im August uns nicht „die Tour vermasselt“ hätte, hätten wir spielend die 600.000 - Marke geknackt! Aber auch so: Ein tolles Ergebnis!
2012 findet das Ippenburger Festival, das Original der deutschen Gartenfestivals, zum 15.Mal statt! Bewährtes bleibt, Neues kommt dazu und viele Orte und Gärten bekommen ein ganz neues Gesicht. Ein großer Teil der Gärten, die zur Landesgartenschau angelegt wurden, sind zurückgebaut und „renaturiert“, das heißt, dort ist jetzt wieder Wiese und freier Blick. Es war schön, die gärtnerische Intensität und Vielfalt im Jahr der Landesgartenschau und auch noch im Jahr 2011 zu erleben, aber jetzt braucht das Auge wieder etwas Ruhe. Ruhe, aber auch Anregung! Im Labyrinth haben wir eine große freie Fläche geschaffen und Rasen eingesät. Hier werden 2012 riesige Pinkfarbene Bälle das Auge des Besuchers überraschen und seinem Blick immer neue Wendungen und Ziele geben, ihn ´fesseln` und ´wenden` zugleich. Diese Riesenbälle, deren größter einen Durchmesser von 4 Metern hat, stammen aus der Feder des Landschaftsarchitekten Topotek 1 aus Berlin und wurden erstmals 2004 auf der Landesgartenschau in Wolfsburg gezeigt. Vier Jahre später „kullerten“ sie anlässlich der Architekturbiennale 2008 durch die ´Giardini` in Venedig.
Das Jahr 2012 steht, angeregt durch die Bälle von Topothek 1, unter dem Motto „Die Welt ist rund!“ Dieses Motto hat zwei Ursprünge. Der eine, ein kleines, gleichnamiges Gedicht von Erich Kästner. Der andere ein Kinderbuch von Gertrude Stein, dem das berühmte Zitat „Rose is a rose is a rose is a rose….“ entstammt! Der Gartendesigner und Künstler Ullrich Singer aus Karlsruhe, dessen „Zaubergarten“, den er zur Landesgartenschau entwarf weiter bestehen bleibt, hat einen poetischen Garten für einen großen, neu geschaffenen Raum des Labyrinths entworfen und die Künstlerin Bärbel Hische aus Cloppenburg zeichnet den Weg der kleinen Rose nach, in vielen, auf das gesamte Gelände verteilten Installationen und künstlerisch gestalteten Orten multimedialer Ereignisse.
Auch die Wasserlandschaft, das Ausflugsziel für die ganze Familie, ist im Vergleich zu ihren Anfängen im Jahr der Landesgartenschau 2010 nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich gewachsen. Der Zauber dieser Landschaft liegt irgendwo zwischen Bullerbü und Robinson, Kinder bauen mit ihren Eltern Flöße, mit denen man tatsächlich fahren kann! Das Mitbringen von „Ersatzkleidung“ kann durchaus sinnvoll sein, eine Gefahr besteht nie, da sich immer mindestens vier DLRG-Kräfte am Ufer in Einsatzbereitschaft befinden. Mit den attraktiven Angeboten der Wasserlandschaft liegt Ippenburg „voll im Trend“ der Zeit, die das freie Spiel in der Natur für Kinder postuliert und unter anderem einen Schlüssel zum Erfolg darin sieht, dass Kinder und Erwachsene gemeinsam Spiel und Abenteuer in der Natur erleben.
Zum Schluss das Beste! Der Küchengarten, den die Landesgartenschau Schloß Ippenburg hinterließ, ist meine neue Leidenschaft! Er ist Herausforderung und Erfüllung zugleich. Herausforderung, weil er fast 4000m² groß ist und weil ich vollkommener Autodidakt in „Gemüsefragen“ bin. Erfüllung, weil ein Küchengarten pures Glück bedeutet. Und für die Besucher ist der Küchengarten zweifelsfrei die Attraktion schlechthin. Was da alles heranwächst! Ich meine jetzt nicht die Tausende Gemüse- und Blumenpflanzen – nein, ich spreche von den Erinnerungen, Träumen und längst verloren geglaubten Bildern, die hier in diesem üppigen, immer etwas überbordenden und besonders im Sommer und Herbst wuchernden Garten geweckt werden und vor dem inneren Auge Gestalt annehmen. So ein Küchengarten ist viel mehr als Obst, Gemüse und Blumen! Er ist pure Poesie und er ist ein „Glücksversprechen“, so wie es der französische Schriftsteller Stendhal einst schrieb. „Schönheit ist ein Glücksversprechen. Es ist die Verheißung von Glück. Nicht das Glück selbst.“
Und Last but not Least – die Festivals!
Die Landesgartenschau bedeutete für einen Teil der Ippenburger Aussteller ein “Non Stop Programm“ mit 13 Ausstellungen in 6 Monaten. 2011 hieß es wieder Ippenburg pur und 2012 zum „15jährigen Jubiläum“ weht ein neuer, frischer Wind! Zum Narzissenfest und zum Pfingstfestival wird Gudrun Gosmann, die allen treuen ´Ippenburgbesuchern` wohl bekannte Floristin aus Osnabrück, die mit ihren kreativen, phantasievollen und oft skurrilen Ideen und Gestaltungen immer eine Besucherattraktion ist, eine Blumenausstellung in der Remise inszenieren. Beim Narzissenfest geht es um die Tulpe, deren Schönheit Gudrun Gosmann in ihrer Schau „Tulpomania oder die Kunst der Tulpe“ in Szene setzt und zum Pfingstfestival heißt es dann „Kübelweise! Wie der Kohlkopf im Tontopf steckt!“ Diese Blumenschau in der Remise ist eine kleine Anspielung auf die Blumenhallenschauen der Landesgartenschau die 2010 im Alten Hallenbad von Bad Essen viele Besucher begeisterte. Sie wird aber doch eher mit den Pflanzenbildern der Chelsea Flower Show vergleichbar sein, zumal die Handschrift von Gudrun Gosmann für Poesie, Avantgarde, Humor und außerordentliche Kunstfertigkeit steht und weil sie ihre Leidenschaft und ihre Wertschätzung für die Vielfalt der Natur und Blumenkunst in ihren Werken offenbart.In der ´Alten Schloßküche`, im Zwergensaal, im Gartensaal und im Schlossinnenhof, wird das „Anthologie Quartett“ aus Bad Essen, deren Inhaber Rainer Krause und Michel von Jakubowski bereits zahlreiche internationale ´Design Awards` erhielten, einen attraktiven Ausstellungsbereich schaffen, in dem der Besucher bei ausgesuchten Herstellern klassische und zeitgenössische Möbel, Porzellan und Accessoires betrachten und kaufen kann. Und auch die Ausstellungsbereiche im Schloss- und Obstgarten, auf der Reit- und auf der Teichwiese, werden neu konzipiert – wobei auch hier der Grundsatz gilt: Bewährtes erhalten, Neues gestalten! Lassen Sie sich überraschen! Schloß Ippenburg, das Original der deutschen Gartenfestivals, geht mit neuem Schwung in das Jahr 15 nach seiner Gründung und das Jahr 2 nach der Landesgartenschau!
Aktuelles 2011
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