Paradiese & Utopien

Kunstprojekt in der Ippenburger Wildnis

Im Gartenjahr 2019

Achtung: Wildnis – Achtung: Kunst!

 

Ein enger Pfad schlängelt sich durch die Wildnis, versteckt liegen die Häuschen zwischen hohem Schilf oder hinter alten Weinranken. Die Vögel zwitschern, die Hummeln surren, die Bienen summen, die Nachtigall schlägt und der Kuckuck ruft.

„Meine Wildnis“, so nenne ich dieses zwei Hektar große Stück Landschaft, das ich seit 2017 zum Paradies für Vögel, Insekten und Amphibien verwandle. Sie wird immer mehr zu meinem Lieblingsort und nähert sich in der „Beliebtheitsskala“ allmählich dem Küchengarten, meinem absoluten Favoriten in Ippenburg.

Zugegeben. In „meiner Wildnis“, wachsen Disteln und Brennesseln! Es herrscht Unordnung und Chaos! Doch hinter dem Chaos verbirgt sich eine geheime Ordnung, die dem ersten flüchtigen Blick verborgen bleibt.

Es ist die Ordnung der Natur – der Schmetterlinge,  Wildbienen, Hummeln, Wespen, Hornissen, Spinnen, der Frösche und der Lurche.   Sie alle haben ihre eigenen Bedürfnisse und ihre Aufgabe im Gefüge des Ganzen. Dieses ´Fressen und Gefressen werden`, das die Natur der unbegreiflichen Schönheit des Schmetterlings vorausgehen läßt,
finde ich faszinierend.

 

Und wozu dann auch noch Kunst?

 

Kunst verunsichert, Kunst irritiert, Kunst versteht man nicht. Stimmt. Oft ist es so. Immer dann, wenn der Künstler den Ort seiner Kunst nur als Bühne sieht, Zaungast bleibt, sich nicht die Mühe macht, in die Melodie der geheimen Ordnung einzustimmen.

Feodora Hohenlohe ist kein Zaungast. Sie kennt Ippenburg und seinen  ´genius loci`. Ihr ´kindlich`- schöpferischer Blick ist das „Sesam öffne dich“ für die Welt der kleinen Dinge, für das Mikrokosmische. Sie taucht ein in den Zauber dieses Ortes. Für sie ist er ein wundersamer Platz, jede Sekunde aufs Neue, eine nie versiegende Quelle der Faszination und Kreativität.

Feodora Hohenlohe

 

Als Tochter eines Theaterregisseurs lernte Feodora Hohenlohe früh die Kraft der Bilder zu lieben.
Sie wuchs auf in der Welt der Kunst, der Maske und des Spiels. Die Poesie und Schönheit, aber auch das Absurde und Skurrile der kleinen Welten sind ihr Element. Sie sind Thema ihrer Stillleben, Porträts und Phantasiebilder und finden sich auch in den „Paradiesen und Utopien“ der Ippenburger Wildnis.

 

Kunst ist eine Brücke zwischen Mensch und Natur.
Deshalb sind Künstler schon seit dem Jahr 2000 ein fester Bestandteil der Ippenburger Gartenfestivals.

 

„My Home Is My Castle“ heißt das Motto in diesem Jahr.
Feodora Hohenlohe baut Zauberhütten voller Erinnerungen an die Kindheit, die von Abenteuerlust,
Übernachten im Freien, Hütten- und Baumhäuserbauen und Vielem mehr erzählen.
Rückzugsorte für Dichter, Maler, Musiker, Jäger, Sammler und Lebenskünstler.
Kleine Paradiese, die von der Liebe zum Detail zeugen, skurril, voller Humor
und subtiler Ironie, voller Pflanzen, Farbe und Freude.

 

Sie heißen: Spitzwegidylle, Der musische Gärtner, Jagd- und Angelhütte, Mal – Wetter – Häuschen,
Glashütte – Sammlers Glück, Fitulitenreich.
Dazu kommen freie Phantasiestücke: Der Denkraum, die Voliere, die Blütenkaskade, die Luftschlossstiege,
der Kapellengarten, der Verlorene Garten, der Bienenhain und das Luftballett.

 

„Die schönen Künste müssen schön sein!“, sagte Hundertwasser. Recht hat er!
Und auch Humor und Spiel gehören dazu—denn „der Mensch….
ist nur da ganz Mensch, wo er spielt!“
Das sagte Schiller!

 

Eröffnung der Ausstellung „Paradiese und Utopien“  zum Sommerfestival 2019, 20.-23. Juni.
Öffnung an den folgenden Sonntagen im Juni und Juli.
Öffnung zum Herbstfestival 3.-6. Oktober
Die Ausstellung ist im Rahmen der Projekte von Kubikus/Verein Weg der Sinne e.V.,
unter der Führung der Gartentherapeutin Carola Bartelheimer,
ganzjährig zu vereinbarten Terminen für Gruppen geöffnet.

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