Paradiese & Utopien

Das Kunstprojekt in der Wildnislandschaft von Schloß Ippenburg im Rahmen der Ippenburger Gartensaison 2019

Das Festival 2019

Das Motto des Ippenburger Sommerfestivals 2019  lautet
«My Home Is My Castle».

Es ist ein Festival für Gartenfreaks, Balkonianer und Wildniseroberer. Barbecuer, Picknicker und Mikroabenteurer. Dachzeltnomaden, Naturschwärmer  und Downsizer. Aficionados, Epikureer und Glückssucher.

Ein Festival für alle Generationen und alle Kulturen, in einem der schönsten Gärten Norddeutschlands, rund um ein Schloss mit 100 Zimmern, mit einem Rosarium, einer Wildnis, und dem  größten Küchengarten Deutschlands!
 

Das Projekt

Paradiese und Utopien - Ein Kunstprojekt in der Ippenburger Wildnislandschaft

Während im Ausstellungsgelände rund um das Ippenburger Schloß die realen Möglichkeiten des «Downsizing», sowie alternative Lebensformen  in Form von Tiny Houses verschiedenster Art gezeigt werden, geht es in dem Kunstprojekt der Ippenburger Wildnis um «Paradiese und Utopien».

Die Idee

Vor 500 Jahren verschmolz der englische Gelehrte Thomas Morus in seinem berühmten Roman „Utopia“ den Begriff Utopie – griechisch: ohne Ort/ nicht Ort, mit dem Wort Eutopie, griechisch : guter Ort.

Seitdem assoziiert man mit dem Wort Utopie gute, fiktive Orte oder ideale Lebens-und Gesellschaftsentwürfe, deren Realisierung uns zwar eher unmöglich , aber doch höchst erstrebenwert erscheinen. Thomas Morus lässt in seinem Buch Utopia die Frage, ob sie jemals verwirklicht werden kann, offen.

Während das Paradies hinter uns liegt und den klassischen Sehnsuchtsort aller Kulturen und Religionen darstellt, ist die Utopie immer zukunftsgewandt.

„Gehe vertrauensvoll in die Richtung deiner Träume! Führe das Leben, das du dir vorgestellt hast. Wenn du dein Leben vereinfachst, werden auch die Gesetze des Lebens einfacher“.

Henry David Thoreau (1817 - 1862), amerikanischer Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker

Mit dem Projekt „Paradiese und Utopien“ folgt Schloß Ippenburg den Spuren von Henry David Thoreau, der vor mehr als 150 Jahren mit seinem berühmten Buch „Walden; or, Life in the Woods“ zum Propheten eines einfachen und entschleunigten Lebens wurde.

Thoreau lebte in einer Hütte am Walden Pond nahe Concords. – Zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage treiben den Schriftsteller in der Wildnis seine Gedanken zu Gesellschaft und Natur um.

Was braucht man für ein gutes Leben? Wie viel Geld, wie viel Kleidung, wie viel Nahrung, wie viel Ackerbau, wie viel Zivilisation und wie viel Wildnis, wie viel geistigen Input, wie viel Gesellschaft und wie viel Rückzug? 

Akribisch zeichnet er seine Gedanken und alle Naturerlebnisse auf. „Walden“, sein daraus entstandendes Buch inspirierte viele Generationen  zu alternativen Lebensentwürfen, zu Filmen und Romanen.

„Ich ging in die Wälder, weil mir daran lag, mit Bedacht zu leben, mich nur den wesentlichen Tatsachen des Lebens auszusetzen und zu sehen, ob ich nicht begreifen könnte, was es zu lehren hat, um nicht, wenn es ans Sterben geht, herauszufinden, dass ich nicht gelebt hatte.“

Thoreau diente der Friedensbewegung, dem „simplify your life“ -  und „mindfulness movement“ als Vorbild und ist zur Zeit aktueller denn je. Ein Outdoormagazin ist nach seinem Buch „Walden“ benannt und zahlreiche filmische und literarische Road Trips folgen seiner Inspiration.

Da der Begriff Utopie auch  mit den Begriffen  Illusion, Luftschloss, Traumwelt oder Fiktion, Phantasie und Wunschbild gleichgesetzt werden kann, sind der künstlerischen Freiheit bei der Schaffung kleiner utopischer Lebenswelten kaum Grenzen gesetzt.

Auch bei der Gestaltung der  irdischen Paradiese, die der Mensch sich seit Jahrhunderten in kleinen Privatgärten, sowie  in Schreber- und Datschenkolonien weltweit geschaffen hat, ist Phantasie, Kreativität und die individuelle Lust an der eigenen Schöpfungskraft der Hauptantrieb. 

Die Kunst in dem Projekt „Paradiese und Utopien“  ist jedoch nicht l`Art pour l`Art, sondern hat, durch den Bezug zur aktuellen Thoreau- Renaissance, einen durchaus gesellschaftskritischen und ökologischen Anspruch.

Dieser wird in der für Ippenburg typischen Handschrift mit einer guten Portion Humor und Ironie erfüllt. Denn Ironie schafft die Distanz zur Realität, Voraussetzung für die Entstehung von Kunst.

Durch die Sprache der Kunst kann es gelingen, Botschaften zu vermitteln, die inspirieren und zum Handeln animieren.

Die Durchführung

In der Wildnislandschaft, die 2018 aus dem ehemaligen Heckenlabyrinth und der anläßlich der Landesgartenschau geschaffenen  Wasserlandschaft entstanden ist , und in der die  Künstlerin Bärbel Hische mit einem weißen Band als Wegeführung über 15 poetische  Orte schuf, wird die Berliner Künstlerin Feodora Hohenlohe  2019 kleine  „Paradiese und Utopien“ errichten.

Zauberhütten voller Erinnerungen an die Kindheit, die von Abenteuerlust, Übernachten im Freien, Hütten-  und Baumhäuserbauen und Vielem mehr erzählen.

Eremitagen eines Dichters, Forschers, Malers oder Musikers, eines Tüftlers, Sammlers  oder Lebenskünstlers.

Kleine Paradiese die von der Liebe zum Detail zeugen, skurril, voller Humor und subtiler Ironie.

Die Künstlerin

Feodora Hohenlohe liebt die kleinen Welten des Alltäglichen. Deren Poesie und  Schönheit. Aber auch das Absurde und Skurrile dieser Welten  sind ihr Element.

Als Tochter eines Theaterregisseurs lernte sie früh die Kraft der Bilder zu lieben und tauchte ein in die Welt der Kunst und der Maske. Sehr früh entschied sie sich jedoch für die Darstellung des Realen, das für sie den eigentlichen Zauber birgt. Die Poesie des Alltäglichen findet sich in ihren von Intensität geprägten Stilleben, in ihren Porträts und Bildnissen. Das Skurrile, Märchen- und Maskenhafte, das ihre Kindheit prägte, fließt ein in ihre Capricen und Phantasiestücke. Diese entstehen im Gegensatz zu den oftmals großformatigen Ölgemälden in kleinem Format und in verschiedenen Techniken.  

„Der Ausgangspunkt all dessen, was ich male, ist der Mensch. In meinen Portraits, Akten und Torsi strebe ich danach, mein Gegenüber so zu erfassen, wie ich es wahrnehme, es malend in seiner Natürlichkeit zu entdecken, ohne ihm eine Rolle zuzuweisen. Es liegt mir daran, das, was ist, zu würdigen. Auch in meinen Stilleben ist der Mensch stets spürbar, wenngleich nicht sichtbar. Erst wenn die Spuren des Gebrauchs Gegenstände geprägt, humanisiert haben, werden sie für mich zum malenswerten Sujet.“

Feodora Hohenlohes Bilder werden in vielen Ausstellungen gezeigt und sind in bedeutenden Sammlungen wie der Sammlung Würth, der Sammlung SØR Rusche und unter anderem im Museum für Kommunikation vertreten.      

Feodora Hohenlohe lebt und arbeitet in Berlin und in Ippenburg. Seit 2018 hat sie ein festes Atelier im Ippenburger Schloss.
   

Zeitrahmen  

Eröffnung der Ausstellung „Paradiese und Utopien“  zum Sommerfestival 2019, 20.-23. Juni.

Öffnung an den folgenden Sonntagen im Juni und Juli.

Öffnung zum Herbstfestival 3.-6. Oktober

Die Ausstellung ist im Rahmen der Projekte von Kubikus/Verein Weg der Sinne e.V., unter der Führung der Gartentherapeutin Carola Bartelheimer, ganzjährig zu vereinbarten Terminen für Gruppen geöffnet.