Spiegelungen und Reflexionen

Ein poetischer Spaziergang auf der Waldinsel mit Bildern von Feodora Hohenlohe

 „Ich glaube, dass alle Ahndungen Spiegelungen der Wahrheit sind. Der Geist ist Auge, je schärfer er sieht, je deutlicher wird die Ahndung, je reiner tritt das Spiegelbild der Wahrheit in der Empfindung auf.“

Bettina von Arnim Goethes Briefwechsel mit einem Kinde.1, 244

  

Himmelsbilder

2018 zeigt die Malerin Feodora Hohenlohe aus Berlin auf der Ippenburger Waldinsel einige ihrer Himmelsbilder und stellt ihre Inszenierung unter das Motto „Spiegelungen und Reflexionen“.

Diese Himmelsbilder scheinen im Schatten der alten Bäume auf der Waldinsel zu schweben. Die pastellfarbenen Himmel spiegeln die Zeit des Rokoko, wie sie der Maler Antoine Watteau in seinen Bildern der „Fêtes Galantes“ für immer festgehalten hat. Diese "Fêtes Galantes" gehörten zum "Alltag" am Hof von Versailles und St. Cloud, wo Ernst August Philip von dem Bussche,der Anfang des 18. Jahrhunderts das "Neue Boskett", die heutige Waldinsel, anlegte, von 1698 bis 1700 als Höfling  lebte.

Antoine Watteau

 

Wolken- und Himmelsbilder faszinieren Dichtung und Malerei seit je, vor allem die sich wandelnden Formen der Wolken, und die sich dadurch aufdrängenden Vergleiche und Metaphern, aber auch die ganz profane Deutung der Wolke als Zusammenballung von Wasserdampf ist Thema der Künste.

Der englische Philosoph John Stuart Mill sagt: „Die  heftigste  Ergriffenheit angesichts der Schönheit einer Wolke, die von der untergehenden Sonne beleuchtet wird, hindert mich nicht daran, mir darüber klar zu sein, daß die Wolke Wasserdampf und damit all den Gesetzen unterworfen ist, die für Dämpfe im Schwebezustand gelten“.

Und während Leonardo da Vinci fordert, der Ursache der Wolkenentstehung nachzugehen, erwidert Henry David Thoreau: „ ... Du sagst mir, es sei eine Masse aus Wasserdampf, die nur das Rot reflektiert, aber das trifft nicht den Kern. Was für eine Art von Wissenschaft ist das, die den Verstand bereichert, aber die Phantasie verarmen läßt? Wenn wir alle Dinge nur auf so mechanische Weise wüßten, würden wir dann irgend etwas wirklich wissen?“

Phantasie und Poesie sind auch Kern der Inszenierung „Spiegelungen und Reflexionen“ und sind ein Versuch, dem Geist des Rokoko, der vor fast 300 Jahren auch in Ippenburg „wehte“ und die Entstehung der Waldinsel zur Folge hatte, nachzuspüren.

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